Trendthema Drohne: In der PHV mitversichert?

Trendthema Drohne: In der PHV mitversichert?

Drohnen schaffen es vermehrt in die Spielzimmer großer und kleiner Kinder. Folglich keimt die Frage auf, ob die private Haftpflicht automatisch einspringt, wenn Dritte geschädigt werden.

Weihnachten steht vor der Tür und kleine und große Kinder schreiben vermehrt die eigene Drohne auf den Wunschzettel. Einmal Geheimdienst spielen und per fliegender Kamera die Nachbarschaft erkunden. Das allein wird dem Observierten schon nicht schmecken, noch viel weniger allerdings, wenn das unbemannte Flugobjekt durch Fehllenkung oder Absturz einen Schaden verursacht. Folglich ist dieses Trendthema auch eine Haftungsfrage und beschäftigt zunehmend Versicherer und die Bedingungswerke ihrer privaten Haftpflichtversicherungen.

30 Meter als kritische Höhe

Als Makler müssen wir Drohnen-Kunden richtig darüber aufklären, ob ihr Flugobjekt automatisch über die PHV mitversichert ist oder nicht. Kürzlich vermeldeten die Haftpflichtkasse Darmstadt und die NV-Versicherungen entsprechende Leistungserweiterungen. „Die Abgrenzung zur Versicherungspflicht ist nach dem Luftfahrtgesetz von 2005 eindeutig geregelt. Versicherungsschutz besteht bis 30 m Flughöhe. In den meisten Policen besteht Versicherungsschutz bei Flugmodellen, unbemannten Ballonen und Drachen, die weder durch Motoren oder Treibsätze angetriebenwerden und deren Fluggewicht 5 kg nicht übersteigt. Einige Versicherer erweitern dieses auch auf ein höheres Fluggewicht bzw. auch auf Flugmodelle mit Motoren“, berichten die Haftpflicht-Experten vom Vergleichs- und Analysehaus softfair GmbH. Gleichzeitig empfehlen sie, vom Versicherer eine schriftliche Bestätigung einzuholen für das konkrete Objekt, denn „die Definition ,Flugmodell’ trifft nicht unbedingt auf eine Drohne zu, hieß es von softfair auf procontra-Nachfrage.

Flugmodell oder Fluggerät?

Der kleine feine Unterschied liegt in der Definition bzw. Unterscheidung Flugmodell bzw. Fluggerät. Bei Wikipedia heißt es dazu (Auszug): Ein Flugmodell ist ein Fluggerät, das in Modellform, also in verkleinerter oder miniaturisierter Größe zum Zweck des Vergnügens oder der Freizeitgestaltung betrieben wird. Wiederum heißt es zu Fluggeräten: Nach dem Luftverkehrsgesetz sind unbemannte Fluggeräte, Rettungsfallschirme und Luftsportgeräte Luftfahrzeuge, ebenso Raumfahrzeuge, Raketen und ähnliche Flugkörper, solange sie sich im Luftraum befinden. Andererseits sind Geräte, die 30 Meter über Grund oder Wasser nicht überschreiten können (z. B. Luftkissenfahrzeuge), keine Luftfahrzeuge.

Die rein theoretisch erreichbare Flughöhe muss also berücksichtigt werden, auch wenn es im Schadenfall schwer zu beweisen sein wird, ob ein Modell nun 29 m oder 35 m hochgeflogen ist – es sei denn es schlägt im Wohnzimmerfenster im 15. Stock eines Hochhauses ein…….

Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

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